Shared Risk Officer: Fachkompetenz auf C-Level ohne Fixkosten

Die Unternehmenslandschaft hat sich in den letzten Jahren durch vielfältige Entwicklungen gewandelt. Globalisierung, Digitalisierung und wachsende Komplexität der Märkte erfordern eine agile Unternehmensführung, die sich schnell an neue Rahmenbedingungen anpassen kann. Dieser Wandel bringt erhebliche Herausforderungen für Unternehmen mit sich, insbesondere für Holdings, die oftmals nicht über die notwendige Expertise auf C-Level in den Bereichen Risikomanagement und strategische Steuerung verfügen, ohne dabei in Festanstellungen investieren zu müssen. In diesem Zusammenhang hat sich das Konzept des Shared Risk Officers (SRO) etabliert, der als Fractional Leader fungiert und die Risiken eines Unternehmens auf einem C-Level überblickt.

Bei der Diskussion um Shared Risk Officers geht es nicht nur um Kosteneinsparungen, sondern auch um eine strategische Neuausrichtung des Risikomanagements. Ein SRO fungiert gewissermaßen als das „Risiko-Gewissen“ des Unternehmensinhabers. Er aggregiert alle relevanten Informationen und Analysen und ist dafür verantwortlich, Risiken kontinuierlich zu überwachen und zu bewerten. Besonders für Holdings, die oft zu groß für externe Makler sind, aber nicht die Ressourcen oder den Bedarf für einen Vollzeit-Risikomanager haben, erweist sich der SRO oft als unverzichtbar. Das hybride Modell, das aus Führungs- und Aufsichtsstrukturen besteht, ermöglicht es Unternehmen, Expertise flexibel und bedarfsgerecht zu integrieren. Dieser Artikel beleuchtet die ökonomischen und rechtlichen Implikationen des Einsatzes eines Shared Risk Officers sowie die Herausforderungen und Chancen, die mit dieser Strategie verbunden sind.

Strategische Notwendigkeit für Risikomanagement

Eine eingehende Analyse der aktuellen Geschäftswelt zeigt, dass Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branche sich in einem risikobehafteten Umfeld bewegen. Laut der Allianz Risk Barometer 2023 berichten 40 Prozent der Unternehmen von steigenden Risiken durch geopolitische Unsicherheiten und 35 Prozent durch Cyberangriffe. Diese statistischen Daten verdeutlichen, dass die Anforderungen an das Risikomanagement gestiegen sind und Unternehmen gut beraten sind, qualifizierte Verantwortungsträger auf C-Level einzusetzen.

Gerichte haben festgestellt, dass Führungskräfte die Verantwortung haben, Risiken angemessen zu managen, um die Interessen des Unternehmens zu wahren. Dies wurde zuletzt durch das Urteil des BGH (BGH, Urteil vom 12. Mai 2022, Az. II ZR 20/21) unterstrichen, das die Pflichten von Führungskräften bezüglich der Risikoverwaltung konkretisierte. Ein Shared Risk Officer ist demnach in der Pflicht, klare Strategien zu entwickeln und umzusetzen, um die Geschäftsführung in ihrer Risikobewertung zu unterstützen. Die wirtschaftlichen Konsequenzen einer unzureichenden Risikoüberwachung können erheblich sein, sowohl finanziell als auch in Bezug auf den Ruf des Unternehmens. Während der SRO sowohl strategische als auch operative Aspekte berücksichtigt, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass das Risiko-Management nicht nur als Kostenfrage betrachtet werden sollte. Ein gut berufener SRO kann durch präventive Maßnahmen und strategische Entscheidungen erheblich zur Werthaltigkeit des Unternehmens und zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen beitragen.

Die Vorteile des Fractional Leadership-Modells

Das Modell des Fractional Leadership, zu dem auch der Shared Risk Officer gehört, bietet Unternehmen eine Vielzahl von Vorteilen: Flexibilität, Expertise und Kostenkontrolle. Dieses hybride Modell ermöglicht es, Führungskräfte zeitlich befristet und bedarfsorientiert einzusetzen. Diese Art der Personalstruktur ist besonders attraktiv für Holdings, die möglicherweise über Finanzierungskapazitäten verfügen, jedoch nicht bereit sind oder die Notwendigkeit sehen, einen festen Risikomanager für eine vollzeit Stelle anzustellen.

Aus wirtschaftlicher Sicht bietet der Einsatz eines Shared Risk Officers mehrere Vorteile. Unternehmen reduzieren ihre Fixkosten, da sie nur für die tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen zahlen. Der SRO kann in der Zahl verringert werden, wenn das Risiko als akzeptabel eingeschätzt wird oder wenn eine andere strategische Richtung eingeschlagen werden soll. Diese Flexibilität macht das Modell besonders krisenfest, da Unternehmen schneller auf Marktveränderungen reagieren können. Juristisch betrachtet sollte das Unternehmen sicherstellen, dass im Vertrag mit dem SRO klare Vereinbarungen getroffen werden. Der SRO haftet jeweils für die von ihm übernommenen Aufgaben. Klare Haftungsregulierungen, die sich im Einklang mit den Vorgaben des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) bewegen, können potenzielle Risiken minimieren. Ein SRO sollte demnach nicht nur über fundierte Fachkenntnisse verfügen, sondern auch die rechtlichen Aspekte in diesem Zusammenhang verstehen und umsetzen können, um die Interessen des Unternehmens wahrzunehmen.

Rolle des SRO im Risikomanagement: Überwachung und Beratung

Die Gewichtung der Rolle des SRO geht über bloße Überwachung und Kontrolle hinaus. Ein Shared Risk Officer fungiert auch als strategischer Berater. Er geholfen Unternehmen, Risiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu managen. Der SRO nutzt bewährte Methoden zur Analyse und Berichterstattung über potenzielle Gefahren und entwickelt in Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung Strategien, um diesen begegnen zu können. Laut einer Umfrage des Instituts für Unternehmensführung in Köln aus dem Jahr 2022 gaben 45 Prozent der befragten Unternehmen an, dass eine proaktive Risikostrategie ihren Unternehmenserfolg maßgeblich beeinflusst. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, ein effektives Risikomanagement zu etablieren, um potenzielle Herausforderungen vorzubeugen und gleichzeitig Chancen zu nutzen.

Ein Shared Risk Officer ist ideal geeignet, um in regelmäßigen Abständen Risiko-Reports zu erstellen. Dies geschieht häufig durch die Anwendung von Risikoindikatoren, die unter anderem Marktanalysen, interne Audits und Feedback-Strukturen umfassen können. Letztlich ist die Rolle des SRO nicht statisch; er muss sich kontinuierlich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. In der Praxis zeigt sich, dass Unternehmen, die regelmäßig ihre Risikostrategien aktualisieren, sich besser auf Marktentwicklungen einstellen können.

Kooperationsmodelle und Outsourcing

Eine zunehmend beliebte Strategie zur Integration von Experten in die Unternehmensführung ist das Outsourcing. Unternehmen lagern bestimmte Funktionen oder Prozesse aus, um sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren. Im Bereich des Risikomanagements kann dies eine kosteneffiziente Lösung darstellen. Der SRO kann dabei eine Schnittstellenfunktion übernehmen, die es dem Unternehmen ermöglicht, relevante Informationen zu sammeln und zu analysieren, ohne dass interne Ressourcen permanent gebunden sind. Ein Teilzeit-Risikomanager kann wertvolle Unterstützung bei der Überprüfung von Compliance-Anforderungen bieten. Aus dem Gesellschaftsrecht ergibt sich die Pflicht der Geschäftsführung, das Unternehmen im Sinne des Gesetzes und der Gesellschafter zu führen (§ 43 GmbHG). Die Verantwortungsträger sind dafür zuständig, dass Datenschutz und Unternehmenssicherheit gewährleistet bleiben. Ein Shared Risk Officer hilft, diese Verantwortung auch in komplexen Holding-Strukturen zu sichern.

Die regelmäßige Überwachung relevanter Indikatoren und die Entwicklung eines Sicherheitsreports können als zentrale Aktivitäten einer solchen Kooperation dienen. Dies erlaubt es dem Unternehmen, die Kontrolle darüber zu behalten, während gleichzeitig wertvolle Expertise von externen Fachkräften eingebracht wird.

Strategische Brücke: SRO als Partner für nachhaltigen Erfolg

Die Implementierung eines Shared Risk Officers erfordert eine strategische Planung und ein durchdachtes Vorgehen. Vor der Einführung sollte eine detaillierte Analyse der Unternehmensstruktur und der bestehenden Risikomanagement-Prozesse stattfinden. Hierbei kann eine Ist-Analyse helfen, um Schulungsbedarf zu erkennen und gleichzeitig den Rahmen für die zukünftige Zusammenarbeit festzulegen.

Der SRO setzt entscheidende Impulse für die Unternehmensausrichtung. Durch den ständigen Austausch mit den Führungsebenen wird eine enge, synergistische Zusammenarbeit gewährleistet. In vielen Fällen kann eine Evaluierung durch externe Berater in diesem Zusammenhang unterstützend wirken. Unternehmen, die sich im Markt stark positionieren möchten, sollten nicht nur die Kosten, sondern auch den potenziellen Mehrwert eines SRO in Betracht ziehen. Eine prägnante Analyse zeigt, wo Handlungsbedarf besteht und wo der SRO konkrete Mehrwerte schaffen kann. Diese strategische Brücke kann Unternehmen dabei helfen, ihre Resilienz zu erhöhen und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu behaupten.

Wegweiser für die Unternehmensführung durch Shared Risk Officer

Die Zukunft liegt in der Flexibilität des Managements, und der Shared Risk Officer stellt hierbei eine wertvolle Ressource dar. Gerade für Holdings, die in einem dynamischen Markt agieren, bietet dieser Ansatz eine innovative Möglichkeit, Risiken kontinuierlich zu überwachen und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten. Der SRO als Fractional Leader ermöglicht eine agile und bedarfsgerechte Steuerung des Risikomanagements und wird so zu einem zentralen Erfolgsfaktor. Wenn Sie darüber nachdenken, wie Sie Ihre Situation verbessern können, stehe ich Ihnen gerne für eine persönliche Einschätzung zur Verfügung. Lassen Sie uns gemeinsam erörtern, wie ein Shared Risk Officer konkret zur Stärkung Ihrer Unternehmensumstrukturierung beitragen kann.

Dieser Beitrag wurde sorgfältig recherchiert und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt weder eine Rechtsberatung noch eine Steuerberatung dar. Themen wie Recht, Steuern und Haftung werden hier lediglich aus Sicht des Risikomanagements und betriebswirtschaftlicher Überlegungen eingeordnet. Für eine rechtliche oder steuerliche Bewertung Ihrer individuellen Situation wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt bzw. an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.

Ich unterstütze Sie gern bei der Risikoanalyse und der Entwicklung passender Versicherungskonzepte sowie bei der Auswahl geeigneter fachlicher Ansprechpartner.

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